Brandmeldesysteme

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Brandmeldeanlagen (BMA) schützen Menschen und Betriebseinrichtungen durch eine sichere, schnelle und eindeutige Detektion von Brandherden. Um dies zu erreichen, werden je nach Gebäudeart- und nutzung spezifische Brandkenngrößen definiert. Unterschiedliche Detektoren sprechen auf diese Brandkenngrößen an, erkennen sie zum frühest möglichen Zeitpunkt und melden sie weiter.

Bei Brandgefahr können Personen über Brandmeldeanlagen auch direkt Hilferufe absetzen. Diese gehen vorwiegend zu ständig besetzten Stellen, meist direkt zur Feuerwehr.

Zur gleichen Zeit werden interne Signaleinrichtungen angesteuert, damit so schnell wie möglich
alle Personen informiert werden können, die sich im Gebäude befinden.

 
 

Planung, Errichtung und Wartung

 

Brandschutzkonzept

Die Planung einer Brandmeldeanlage setzt ein schlüssiges und abgestimmtes Brandschutzkonzept voraus.

Die darin getroffenen Festlegungen werden unter Beachtung der einschlägigen Normen und der gerätespezifischen Eigenschaften übernommen.

Planung, Errichtung, Wartung

Alle Personen und Firmen, die an der Planung, Errichtung und Wartung einer Brandmeldeanlage beteiligt sind, müssen ausreichend qualifiziert sein. Dies ist in verschiedenen Normen, wie der ÖNORM F 3070 geregelt. Grund für diese Vorgabe ist der hohe Sicherheitsanspruch und die Komplexität, die Brandmeldeanlagen erreichen können.

Alle Planungen werden in enger Absprache mit den Gewerken des baulichen Brandschutzes und dem Betreiber besprochen, der maßgeblich für den organisatorischen Brandschutz zuständig ist.

Neben den Norm- und Gesetzesvorlagen wird dabei natürlich ein sehr hoher Wert auf die Erreichung des vorgegebenen Schutzziels in Verbindung mit der Risikobetrachtung gelegt.

 

Brandmelderzentralen

 

Brandmelderzentralen geben im Gefahrenfall Detektorinformationen weiter und führen automatisch Brandfallsteuerungen aus,
um einen zu befürchtenden Schaden so weit wie möglich zu begrenzen.

Brandfallsteuerungen

Brandfallsteuerungen sind automatische Ansteuerungen z. B. von

  • Feuerschutztüren und -vorhängen, zur Vermeidung einer sich ausbreitenden Verrauchung
  • Rauch- und Wärmeabzugsklappen, zur Entrauchung eventuell betroffener Bereiche
  • Aufzügen, zur Verhinderung der Nutzung im Brandfall oder der sicherheitsrelevanten zielgerichteten Etagenanfahrt

Die Ansteuerungen von weiteren Hilfs- und Infomationssystemen ist durch normtechnisch vorgegebene Schnittstellen spezifisch für Kunden und Objekte möglich.

 

Lokales SicherheitsNetzwerk (LSN)

Im Bereich des Gebäudes/Objekts werden alle Sensoren und Melder mit Hilfe des standardisierten Lokalen Sicherheits Netzwerks (LSN) an die Zentraleinheit angeschlossen.

Der Einsatz des strukturieren LSN reduziert den Aufwand im Bereich des Leitungsnetzes erheblich und gewährleistet zur gleichen Zeit eine sichere und schnelle Datenübertragung.

Abhängig von der Objektgröße können modular aufgebaute Zentraleinheiten eingesetzt werden.

Bei größeren Objekten, die sich über weite Liegenschaften erstrecken, kann ein Gesamtsystem aus einer Vielzahl von Einzelzentralen bestehen, die wiederum über ein strukturiertes Netzwerk miteinander verbunden sind.

 

Melder

 

Automatische Brandmelder

In jedem brandschutztechnisch relevanten Bereich (Räume, Zwischendecken, Zwischenböden) des Sicherungsareals, muss je nach vorgegebenen Normen und Richtlinien ein automatischer Brandmelder angeordnet werden.

Die Anzahl und Anordnung der automatischen Brandmelder richtet sich nach der Art der verwendeten Melder, der Raumgeometrie (Grundfläche, Höhe, Decken- und Dachform usw.), der Verwendungsart und den Umgebungsbedingungen in den zu überwachenden Räumen.

Die Melder sind so zu wählen und zu verwenden, dass Brände in der Entstehungsphase zuverlässig erkannt und Täuschungsalarme vermieden werden.

Handfeuermelder (manuelle Brandmelder)

Handfeuermelder werden an sichtbaren und frei zugänglichen Stellen, in Flucht- und Rettungswegen, Treppenhäusern
und Gängen, an Not-Ausgangstüren und in brandgefährdeten Räumen angebracht, in denen die Entstehung
eines Brandes oder ein Feuer von anwesendem Personal entdeckt und gemeldet werden kann.

Sondermelder

Sondermelder sind automatische Brandmelder, die aufgrund ihres Detektionsverfahrens für besondere Einsatzfälle vorgesehen sind.

Zu diesen Meldern gehören:

  • Linienförmige Wärmemelder
  • Linienförmige Rauchmelder
  • Durchlichtmelder
  • Flammenmelder
  • Ansaugrauchsysteme
  • Melder zum Einsatz in verschiedenen Umweltbereichen (explosionsgefährdete Bereiche, Tiefkühlbereiche, besonders staubige Bereiche, nach außen grenzende Bereiche)
 

Signalgeber

 

Signalgeber sind hauptsächlich Geräteeinheiten, die optische und/oder akustische Signale erzeugen und ausgeben.

Bei akustischen Signalgebern sind länderspezifisch die Signaltonart und die Lautstärke normtechnisch vorgegeben, so dass eine eindeutige Erkennung
und Definition des Alarms gewährleistet ist.

Gemäß dem Gleichstellungsgesetz besteht auch die Möglichkeit individuell notwendige taktile Signalisierungen anzuschließen.